#122 Warum Proust heute Influencer wäre: Ivo Wessel über Bücher, Kunst und Aufmerksamkeit.

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Was verdient eigentlich unsere Aufmerksamkeit – und warum?

Ivo Wessel hat darauf eine ungewöhnliche Antwort. Als einer der ersten deutschen App-Entwickler bewegt er sich seit Jahrzehnten in der digitalen Welt und baut gleichzeitig seit seiner Schulzeit eine umfangreiche Sammlung aus Büchern und Konzeptkunst auf. Für ihn zählt dabei nie der Preis einer Sache, sondern ihr Wert.

Wir schlagen die Brücke zwischen Bytes und Buchseiten, Kulturgeschichte und digitaler Gegenwart. Das Gespräch springt dabei munter durch Ivos Welt: Warum Marcel Proust heute vermutlich ein erfolgreicher Influencer wäre, wie Ivo den Regisseur Wim Wenders kennenlernte und was es mit Karl Lagerfelds Duftkreation auf sich hat, die nach alten Büchern riechen sollte. Am Ende kommen wir immer wieder zur fundamentalen Frage, was eigentlich von uns bleibt, wenn man uns alles wegnimmt.

Ivo Wessel (*1965) studierte Informatik und Psychologie in Braunschweig und lebt seit 2000 in Berlin. Als Softwareentwickler kreiert er Anwendungen für Künstlerinnen, Künstler und Kulturinstitutionen. Schon als Jugendlicher sammelt er zeitgenössische Kunst und Literatur und verbindet bis heute seine drei großen Leidenschaften: Bücher, Kunst und Computer. Gemeinsam mit dem Galeristen Olaf Stüber gründete er 2008 das Videokunstformat „Videoart at Midnight“ im Berliner Kino Babylon. Seine Sammlung kann auf Nachfrage besucht werden; während der Berlin Art Week öffnet er sie jedes Jahr im Rahmen eines „Tags der offenen Tür“. Birgit Eller Krumm ist Kapitän der Folge 122.

Webseite von Ivo Wessel: www.ivo-wessel.de

Seine derzeitigen Lieblings-Apps:

„Kunst Collection“ (zur Verwaltung einer Kunstsammlung) und „Folder Rack“ (Datei-Manager und Finder-Alternative für den Mac).

Foto Credits: 1 Michael Wesely 2-12 Ivo Wessel

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